Wie macht man eine Show?

Es geht natürlich um einen Konzert. Es ist jetzt schon einige Wochen her, als ich meine Show „Jazzin´Marilyn“ in Cafe Art Walldorf aufgeführt  habe, aber ich denke immer wieder gerne daran.
Ich habe einige Projekte, „Jazzin´Marilyn“ war mein erste Musik-Projekt, dass ich ausgedacht und verwirklicht habe.
Ich finde die Widersprüchlichkeit der Menschen faszinierend. Es ist manchmal traurig und manchmal tröstlich. Das schöne englisches Wort „contradiction“ liebe ich. Die süße schöne leichtfüßige Marilyn möchte gerne die „Gruschenka“ aus dem Dostojevski´s Roman „Die Brüder Karamasow“ spielen und beendet ihr Leben auf brutalste Weise.
Als ich bei einer Theater Aufführung eine schwarze Perücke ausprobierte stand mein Showkonzept fest. Die blonde Marilyn musste auch ihre dunkle Seite zeigen: die traurige, die bluesige. Blues hatte ich schon immer. 😉
Theater Regisseurin Desiree Lux hat zugestimmt mir bei dem Drehbuch und Regie der Show auszuhelfen. Ich war glücklich.
Die Dynamik der dramatischen Entwicklung könnte ich mit den Stücken gut aufbauen, aber es blieb die größte Herausforderung bis jetzt. Die richtige, bzw. gute Song Reihenfolge zu stellen ist sehr schwer. Und beim Konzert kann es immer noch passieren, dass ein Stück doch rausgeschmissen wird, weil das Publikum einfach anders drauf ist.
Das Programm besteht aus drei Teilen: ich fange als Blonde Marilyn und singe ihre Songs auf meine Art. Nach der Pause ziehe ich mich um und komme als schwarzhaarige Schwester, die gerne, laut und ziemlich aggressiv Blues & Pop & Soul singt.
Die Schwierigkeit dabei ist, nicht nur ein anderes Kleid und Haare auszutauschen, sondern auch die körperliche Plastik und innere Stimmung anzunehmen. Gott sei Dank habe ich tatkräftige Unterstützung von dem fantastischen Choreograph Markus Herrmann. Ich spiele die „Schwarze Schwester“ sehr gerne. Das ist die dunkle und wilde Seite in mir, die ich auslebe. Und das Publikum  freut sich auf die Überraschung.
Ich muss gestehen, das Gefühl dabei ist unbeschreiblich. Meine eigenen Töchter haben sogar gedacht, dass es eine Schwester von mir wäre!
Der abschließende Teil der Show macht Spass und heißt einfach „Fun!“. Hier bin ich einfach ich selbst. Je nach Stimmung gibt es verschiedene Variationsmöglichkeiten, aber „Night Like This“ von Caro Emerald und mein eigener „Song For Me“ müssen einfach dabei sein…
Als ich fertig war, bin ich schnell hinter der Bühne… Schuhe aus… endlich… aber dann kam plötzlich mein Mann und sagte: „DU MUSS RAUS! Die klatschen immer noch!“.  In diesem Moment nahm ich wahr, dass das Publikum gar nicht aufhörte, sie klatschte immer lauter! Oh mein Gott! Ich erstarr…
„Geh!“, sagte mein Mann und Produzent und ich verstand sofort, was er meinte. Nur vor kurzem haben wir den Film über Udo Jürgens gesehen und diesen magischen Moment, der zu legendären Tradition wurde, bei der Udo jedes Konzert am Schluss für die Zugabe in einem Bademantel rauskommt und singt.
Barfuß flog ich zur Bühne und sang! Es WAR wirklich etwas besonderes, ich fühlte es und das Publikum ebenso. Ich weiß nicht, ob ich jetzt immer ohne High Heels am Schluss rauskomme, aber den magischen Show-Moment habe ich erlebt…

(Fotos by Natali Lanova)

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Über Inna Ligum

Singer, Blogger & Writer

Veröffentlicht am 12. April 2012 in Bloggen, Jazzin´Marilyn, Life & Music, Live is Life, Sängerin, Schreiben, Singen, songs und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. „Irgendwann musste ich mich entscheiden: Will ich nun singen oder studieren?“ Nubya hat sich für das Singen entschieden. Der Durchbruch gelingt ihr mit einer Panne: 1999 soll sie im Vorprogramm von Whitney Houston im Zürcher Hallenstadion auftreten. Die Technik streikt, der Halb-Playback-Auftritt der jungen Sängerin droht zu Misslingen. Nubya singt acapella, das Publikum ist begeistert und sogar Whitney Houston zollt Respekt. Jetzt steht die Baslerin plötzlich im Rampenlicht. Ihr erstes Album erscheint, sie moderiert eine Lifestyl-Sendung im Fernsehen. Im Jahr 2002 erscheint ihr Album „My Wish“ mit dem Hit „From the bottom of my heart“. Es folgen Tourneen in der Schweiz und sogar in Brasilien. Nubya beginnt sich für die aktuelle deutsche Musik zu interessieren und produziert 2005 mit Hilfe von Götz von Sydow ein Album mit deutschen Songs. Auch das deutsche Publikum liebt Nubya. Sie tritt in den grössten Hallen auf, absolviert auf einer einzigen Tournee 18 Auftritte. Eine der Stärken Nubyas liegt in der Interpretation bekannter Songs. Folgerichtig erscheint 2007 das Cover-Album „Love rocks“. Im gleichen Jahr geht sie mit Bo Katzman auf Tournee. Der bekannte Schweizer Sänger und Chorleader hat zehn Jahre zuvor die damals noch unbekannte Nubya auf seiner Tournee erstmals vor grossem Publikum auftreten lassen.

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