Avatar + Urheberrecht = kein Tod

Avatar (2009 film)

Avatar (2009 film) (Photo credit: Wikipedia)

Seit einigen Tagen bin ich mit dem Thema „Urheberrecht“ beschäftigt. Und mit der Piraten Partei. Seit vielen Jahren ist Politik für mich ein Tabuthema. In Soviet Union & Ukraine war es völlig sinnlos: die Veränderungen waren so schnell, dass man sogar sehen könnte wie die Revolutionäre von den Barrikaden kurz danach ihre Taschen voll machten.
Man könnte zynisch werden, ich wurde einfach apolitisch.
Aber jetzt es ist anderes: Urheberrecht ist ein wichtiges Thema für mich persönlich. Ich arbeite im Tonstudio, bin mit einem Songwriter verheiratet und schreibe selbst Songs und mehr.
Ich habe eigentlich einiges schon gesammelt und werde einen langen ausführlichen Blogspot über Urheberrecht schreiben, aber jetzt interessiert mich etwas anderes.
Wie kommen die Menschen dazu, die Musik&Künstler zu verachten? In den Foren gibt es viele (meistens sind das Hobby-Künstler), die sagen: „Geht doch arbeiten, nervt uns nicht und verdient euren Brot mit etwas anderen, Kunst-Musik-Schreiben könntet ihr auch nach der Arbeit machen!“
Der Amtsblogger Sascha Lobo betont, dass beim Urheberrecht nur um die Verhältnis  zu den Künstlers geht. Die Geselschaft umjubelt die wenigen erfolgreichen Künstler und verachtet die, die nicht bekannt sind.
Hmm. Warum? Warum wird das wichtigste in unseren Zivilisation (Ideen, Kreativität, Musik, Kunst etc) so wenig respektiert? Was bleibt nach dem Tod? Etwa Maschinen? So schnell wie die I-phones kaputt gehen kann man nicht so viel Hoffnung auf die Technik haben…
Oder haben die Menschen plötzlich doch keine Angst vor dem Tod, ist Internet stärker als Tod? Fühlt man sich sicherer, wenn man weiß, dass irgendwo noch ein Paar Millionen anderen Menschen vor den Bildschirmen sitzen?
Ist Sinn des  Lebens der freier Zugang zu allen Informationen? Wenn nach Piraten ginge muss der Zugang und Verteilung der Inhalte auch KOSTENfrei sein.
Schon die Römer haben die Grundbedürfnisse klar erkannt: „Gibt den Menschen Brot und Spiele!“. In der sozialen Statt Deutschland muss man sich um Brot meistens nicht kümmern, aber Spiele… Die Spiele werden immer wichtiger. Die Kunst ist das schönste Spiel der Menschheit und die Musik ist ein göttliches Spiel.
Warum dann nicht die Mediums der Kunst für diese göttlichen Freude des Spiels  (Musiker, Texter, Künstler etc) nicht verehren?
Mein Mann sagt, es ist Neid.
Meine Antwort darauf fand ich heute im Film „Avatar“. Die Menschen können die andere Sichtweise selten annehmen. Es ist einfacher die andere Welt zu zerstören, als sie zu verstehen. Für viele Piraten, die aus den Naturwissenschaftlichen Fächern kommen sind die Geisteswissenschaftler eh fremde Tiere.
Ich habe viele Freunde : Programmierer, Physiker, Mathematiker. Ich mag sie für die intellektuelle Hochleistungen und Logik, sie mich für die sprudelnde Ideen, Emotionalität und meinen Selbstverwicklichungsdrang. Wir ergänzen uns ganz gut.
Aber ich denke für viele Naturwissenschaftler sind die Werte der Geisteswissenschaftlern zu unklar. Man will konkreten Nutzen von einem Produkt wissen und sein Wert auch direkt bestimmen können. Man versucht Urheberrecht und Patentrecht zu vergleichen. Oder man sagt, die Künstler sollen sich durch Crowd funding finanzieren. Was mir dabei fehlt ist die Anerkennung der Wert der Kunst und der Arbeit des Künstlers.
Was ist nach Tausenden Jahren aus den vergangenen Zivilisationen geblieben? Genau! Kunst, Ideen und seit relativ kurzen Zeit auch die Musik. Kunst ist die einzige Unsterblichkeitspille, die Menschheit entwickelt hat.
Also, was für ein Wert hat die Unsterblichkeit für die Gesellschaft?

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Über Inna Ligum

Singer, Blogger & Writer

Veröffentlicht am 9. April 2012 in Bloggen, Copyright & Urheberrecht und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Ja Inna, beim Thema Urheberrecht kann man wieder politisch werden.

    Ich meine nicht, dass Künstler im Allgemeinen verachtet werden. Viele Menschen sind einfach nur mit sich selbst beschäftigt und halten sich selbst für unübertrefflich (was natürlich auch als eine Art Verachtung anderer gesehen werden kann). Aber ich denke, dass das eben nicht speziell auf Künstler gerichtet ist.

    Den Film Avatar habe ich nicht gesehen. Du sprichst damit aber etwas sehr Wichtiges damit an: es ist schwer die Sichtweise anderer Menschen zu respektieren. Geringe Bereitschaft zu sachlicher Kritik und Selbstkritik lassen viele Unterhaltungen schiefgehen oder machen sie überflüssig.

    • Vielen Dank für dein Kommentar. Du sprichst mir aus der Seele.
      Übrigens, seitdem ich weiß dass A.S. – Professor der Sprachwissenschaften ist, verstehe ich die Welt nicht mehr….

  1. Pingback: Linksammlung Urheberrecht

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